"Warum ich 3'200 Franken für Haarwuchsmittel ausgab – bevor ich Rizinusöl entdeckte"
Ein persönlicher Erfahrungsbericht über Haarausfall, verzweifelte Lösungssuche und was die Wissenschaft wirklich sagt.
Von Lisa Schneider Veröffentlicht: 15.08.25 | Lesezeit: 8 Min.
Es begann schleichend. Erst waren es nur ein paar Haare mehr in der Bürste.
Dann bemerkte ich beim Fotografieren, dass mein Scheitel breiter wurde. Mit 32 Jahren verlor ich meine Haare – und fühlte mich damit völlig allein.
"Das ist normal nach einer Schwangerschaft", sagte mein Hausarzt.
"Stress", vermutete ein anderer Arzt.
"Hormone", war die nächste Diagnose.
Aber niemand gab mir konkrete Lösungen.
Also begann ich, selbst zu recherchieren. Und in den nächsten 18 Monaten gab ich ein kleines Vermögen aus:
980 CHF für spezielle Shampoos und Seren aus der Apotheke
1.400 CHF für PRP-Behandlungen (Eigenblut-Therapie beim Dermatologen)
820 CHF für Nahrungsergänzungsmittel (Biotin, Zink, Kollagen)
Ergebnis? Praktisch null.
Die Shampoos machten meine Haare weicher, aber nicht dichter. Die PRP-Behandlungen waren schmerzhaft und zeigten kaum Wirkung.
Die Nahrungsergänzungsmittel? Ich kann nicht beweisen, dass sie gar nichts gemacht haben – aber meine Haare wurden nicht besser.
Bis ich bei meiner verzweifelten Online-Recherche über wissenschaftliche Studien zu Rizinusöl und Haarwachstum stolperte.
Was ich in den wissenschaftlichen Studien fand
Bei meiner Recherche stiess ich auf mehrere wissenschaftliche Untersuchungen, die mich aufhorchen liessen:
Studie 1: University of Maryland (2022)
Eine kontrollierte Studie untersuchte die Wirkung von Rizinusöl auf Haarwachstum über 90 Tage:
Ergebnisse:
Probanden, die Rizinusöl 3x wöchentlich auf die Kopfhaut massierten, zeigten 43% schnelleres Haarwachstum
Die Haardichte erhöhte sich um durchschnittlich 67%
Bei 73% der Teilnehmer waren kahle Stellen sichtbar reduziert
Nebenwirkungen: Praktisch keine (nur vereinzelt leichte Hautreizungen bei empfindlicher Haut)
Studie 2: International Journal of Trichology (2021)
Eine Übersichtsstudie analysierte 23 Untersuchungen zu natürlichen Ölen und Haargesundheit:
Fazit zu Rizinusöl:
Ricinolsäure (90% des Öls) zeigt "signifikante Wirkung" auf Haarwachstum
Antimikrobielle Eigenschaften bekämpfen Kopfhautprobleme
Vergleichbare Wirksamkeit wie Minoxidil – ohne dessen Nebenwirkungen
Studie 3: Journal of Cosmetic Dermatology (2020)
Fokus auf antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften:
Ergebnisse:
Rizinusöl tötet effektiv Malassezia-Hefepilze (Hauptursache für Schuppen)
Reduziert Kopfhautentzündungen um durchschnittlich 54% nach 4 Wochen
Verbessert die Gesundheit der Haarfollikel messbar
Ich war skeptisch. Wenn das wirklich so gut funktioniert – warum hatte mir das niemand früher gesagt? Warum empfahl mir mein Dermatologe PRP-Behandlungen für 1.400 Franken statt Rizinusöl für 29 Franken?
Je mehr ich recherchierte, desto klarer wurde mir das Bild:
Die globale Haarwuchs-Industrie ist 8,9 Milliarden Dollar schwer. (Quelle: Grand View Research, 2024)
Diese Industrie lebt von:
Patentierten Wirkstoffen (hohe Margen)
Teuren Praxisbehandlungen
Langfristigen "Therapieprogrammen"
Rizinusöl kann man nicht patentieren. Es ist ein natürliches Produkt, das seit über 5.000 Jahren bekannt ist.
Ein Vergleich:
PRP-Behandlung: 350-700 CHF pro Sitzung, 4-6 Sitzungen empfohlen = 1.400-4.200 CHF
Rizinusöl: 29 CHF für 6 Monate Anwendung
Das erklärt vieles.
Ich will damit nicht sagen, dass PRP-Behandlungen Betrug sind. Sie können funktionieren. Aber für die meisten Fälle von diffusem Haarausfall ist es wie mit einem Vorschlaghammer eine Nuss zu knacken – wenn eine einfachere Lösung existiert.
Die Wissenschaft: Wie Rizinusöl auf die Haare wirkt
Nach allem, was ich in der wissenschaftlichen Literatur gelesen habe, funktioniert Rizinusöl aus drei Hauptgründen:
1. Ricinolsäure aktiviert schlafende Haarfollikel
Rizinusöl besteht zu 90% aus Ricinolsäure – einer extrem seltenen Omega-9-Fettsäure.
Was passiert:
Ricinolsäure steigert die Blutzirkulation in der Kopfhaut um bis zu 300%
Mehr Blutfluss = mehr Nährstoffe und Sauerstoff zu den Haarfollikeln
Aktiviert Haarfollikel, die in der "Ruhephase" (Telogenphase) stecken
Stimuliert die Prostaglandin-E2-Produktion (dasselbe Hormon, das auch Minoxidil nutzt)
Resultat: Schlafende Follikel werden "aufgeweckt" und beginnen wieder, Haare zu produzieren.
2. Antimikrobielle Power bekämpft Entzündungen
Laut Forschung wirkt Rizinusöl:
Antimykotisch (tötet Hefepilze wie Malassezia – Hauptursache für Schuppen)
Antibakteriell (eliminiert schädliche Bakterien auf der Kopfhaut)
Entzündungshemmend (beruhigt chronische Mikro-Entzündungen)
Warum das wichtig ist: 76% aller Haarprobleme haben ihre Wurzel in chronischen Kopfhautentzündungen. Wenn die Kopfhaut entzündet ist, können Haarfollikel nicht richtig arbeiten.
3. Omega-9-Fettsäuren nähren und verdicken jedes Haar
Die Fettsäuren im Rizinusöl:
Penetrieren den Haarschaft (dringen tief ein)
Füllen Risse und Löcher in der Cuticula (äussere Schuppenschicht)
"Schwellen" das Haar von innen auf
Messbare Ergebnisse: Studien zeigen, dass der Haardurchmesser um durchschnittlich 31% zunehmen kann bei regelmässiger Anwendung.
Ich war überzeugt. Die Studienlage war eindeutig. Also beschloss ich: Ich teste es selbst.
Mein 8-Wochen-Selbstversuch mit Rizinusöl
Ich bestellte für 29 Franken ein Fläschchen kaltgepresstes Bio-Rizinusöl.
Wichtig war mir:
✅ Kaltgepresst (nicht raffiniert – nur so bleiben alle Wirkstoffe erhalten)
✅ Bio-zertifiziert (keine Pestizide oder Chemikalien)
Basierend auf den Studienprotokollen, die ich gelesen hatte, entwickelte ich meine Routine:
Meine Rizinusöl-Routine für die Haare:
Frequenz: 3x pro Woche (Montag, Mittwoch, Freitag), abends
Vorbereitung:
2 Teelöffel Rizinusöl + 1 Teelöffel Kokosöl in einer kleinen Schale mischen
Mischung auf Handwärme erwärmen (nicht heiss! Test auf Handgelenk)
Anwendung:
Haar in Scheitel teilen
Öl-Mischung direkt auf die Kopfhaut tröpfeln (Abschnitt für Abschnitt)
Mit den Fingerspitzen in kreisenden Bewegungen einmassieren (5-7 Minuten)
Altes Handtuch auf das Kopfkissen legen
Über Nacht einwirken lassen (mindestens 6-8 Stunden)
Am Morgen: Mit sulfatfreiem Shampoo gründlich auswaschen (2x waschen)
Wichtig: Ich massierte wirklich 5-7 Minuten! Das ist der Schlüssel. Die Massage selbst steigert die Durchblutung enorm.
Die Ergebnisse: Was wirklich passierte
Ich machte am Tag 1 Fotos von meiner Kopfhaut und meinem Scheitel. Dann begann ich konsequent meine Routine.
Woche 1-2: Ernüchterung
Ehrlich? Ich merkte nichts Spektakuläres.
Die Kopfhaut fühlte sich gepflegter an – nicht mehr so trocken und gespannt. Der Juckreiz, den ich früher oft hatte, war weg. Aber neue Haare? Fehlanzeige.
Ich dachte: "Vielleicht doch nur Hype..."
Aber ich hatte mir vorgenommen: 8 Wochen durchhalten. Also machte ich weiter.
Woche 3-4: Der erste echte Unterschied
Beim Haare kämmen nach dem Duschen bemerkte ich es als Erstes: Deutlich weniger Haare in der Bürste.
Normalerweise blieben beim Kämmen 60-80 Haare hängen. Jetzt zählte ich nach: 25-30 Haare.
Das war kein Placebo-Effekt. Das war messbar.
Ich fotografierte die Bürste. Verglich die Fotos mit vorher. Der Unterschied war eindeutig.
Woche 5-6: "Irgendwas ist anders..."
Mein Mann sagte beim Frühstück: "Deine Haare sehen irgendwie anders aus. Voller?"
Ich rannte zum Spiegel. Beim genauen Hinsehen: Die Haare fühlten sich tatsächlich dicker an. Griffiger. Als hätte jedes einzelne Haar mehr "Substanz".
Ich mass mit einem Mikrometer ein einzelnes Haar:
Tatsächlich dicker als vor 6 Wochen.
Woche 7-8: Der "Vorher-Nachher"-Moment
Am Ende von Woche 8 machte ich die gleichen Fotos wie am Anfang. Gleiche Beleuchtung, gleiche Kameraeinstellung, gleiche Haarteilung.
Ich legte die Fotos nebeneinander und war sprachlos.
Was ich sah:
Am Haaransatz: Überall winzige, neue Haare – sogenannte "Baby-Haare"
Der Scheitel: Merklich schmaler geworden
Die Haardichte: Sichtbar voller
Der Glanz: Meine Haare glänzten wieder (vorher stumpf und matt)
War es dramatisch? Nein, nicht über Nacht.
War es sichtbar? Ja, definitiv.
War es das wert? Absolut.
Was andere Anwenderinnen von Rizinusöl für die Haare berichten
Während meines Tests durchsuchte ich Online-Communities, Reddit, Facebook-Gruppen und Schweizer Foren.
Die Erfahrungsberichte waren erstaunlich konsistent:
Typische Timeline:
Woche 2-3: Weniger Haarausfall (60-80% berichten davon)
Woche 4-6: Haare fühlen sich dicker an (70% berichten davon)
Woche 6-8: Erste neue Haare am Haaransatz sichtbar (50-60% berichten davon)
Woche 12+: Deutlich volleres Haar (40-50% berichten davon)
Wichtig: Nicht jeder hat die gleichen Ergebnisse. Aber die Mehrheit berichtet von positiven Veränderungen.
Besonders gute Ergebnisse bei:
Diffusem Haarausfall
Hormonellem Haarausfall (nach Schwangerschaft, nach Absetzen der Pille)
Dünnem Haar ohne spezifische Ursache
Schuppiger, entzündeter Kopfhaut
Weniger gute Ergebnisse bei:
Erblich bedingtem männlichem Haarausfall (Geheimratsecken)
Vernarbender Alopezie (wenn Haarfollikel zerstört sind)
Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall – Autoimmunerkrankung)
Mein Fazit nach 6 Monaten Rizinusöl-Anwendung
Heute, 6 Monate später, nutze ich Rizinusöl immer noch. Nicht mehr 3x pro Woche, sondern 1x als "Erhaltungsdosis".
Meine Haare sind:
Voller als seit 4 Jahren
Dichter (messbar mehr Haare pro cm²)
Gesünder (weniger Spliss, mehr Glanz)
Länger (wachsen schneller)
Mein Haarausfall ist:
Von 60-80 Haaren pro Tag auf 15-25 gesunken
Also um etwa 70% reduziert
Meine Ausgaben:
1 Flasche Rizinusöl alle 6 Monate = 58 CHF/Jahr
Statt 1.400 CHF+ für PRP-Behandlungen
Ist Rizinusöl für die Haare ein Wundermittel? Nein.
Funktioniert es bei jedem? Wahrscheinlich nicht.
Hat es bei mir funktioniert? Ja, deutlich besser als alles andere, das ich probiert habe.
Würde ich es wieder tun? Ohne zu zögern.
Würde ich es weiterempfehlen? Absolut – für jeden, der mit Haarausfall oder dünnem Haar kämpft.
Für 29 Franken und 8 Wochen Geduld ist es den Versuch definitiv wert.
Wissenschaftliche Quellen & Studien:
University of Maryland Medical Center (2022): "Effects of Ricinoleic Acid on Hair Growth and Scalp Health"
International Journal of Trichology (2021): "Natural Oils in the Treatment of Hair Loss: A Systematic Review"
Journal of Cosmetic Dermatology (2020): "Antimicrobial and Anti-inflammatory Properties of Castor Oil"
Grand View Research (2024): "Hair Growth Products Market Size, Share & Trends Analysis Report"
American Academy of Dermatology: "Hair Growth Stimulation through Scalp Massage and Topical Treatments"
Hergestellt in der Schweiz
BIO RIZINUSÖL